Beruflich
19 Dezember, 2006 von
Tim Sommer
Die Grundlagen meiner heutigen beruflichen Tätigkeit als Schuldner- und Insolvenzberater bei der IHV – Insolvenzhilfe e.V. legte ich im Studium des Sozialwesens an der Gesamthochschule Universität Kassel.
Meine Schwerpunkte waren Jugendsozialarbeit, Bildungssozialarbeit und Erwachsenenbildung. Meine Diplomarbeit beschäftigte sich mit der Entwicklung Soziokultureller Zentren in Deutschland am Beispiel des „Pumpwerk“ Wilhelmshaven.
Bereits vor und während meines Studiums konnte ich berufliche Praxis in vielen Bereichen sammeln. So absolvierte ich meine berufspraktischen Semester in einem Jugendclub in Kassel, dem Pauline-Ahlsdorff-Haus und dem heilpädagogischen Kindergarten der GPS in Wilhelmshaven.
Weitere praktische Erfahrungen konnte ich bei den Milchwerken in Wilhelmshaven, den Banter Backwaren, sowie als Taxi- und Kurierfahrer sammeln.
Nach Abschluss meines Studiums als Dipl. Soz. Päd. und Dipl. Soz. Arbeiter sah ich die Notwendigkeit, in Wilhelmshaven eine Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle zu errichten. In enger Zusammenarbeit mit weiteren interessierten Bürgern der Stadt Wilhelmshaven und unter dem Dach der Gesellschaft für Arbeitsvermittlung und Qualifizierungsförderung (GAQ) wurde im Jahr 1998 die gemeinnützige IHV – Insolvenzhilfe e.V. gegründet.
Bereits im Januar 1999 bezog die IHV e.V., aufgrund der großen Nachfrage nach qualifizierter Schuldner- und Insolvenzberatung, ihr jetziges Büro in der Rheinstraße 91, da das Büro im Totenweg 1 den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte.
Innerhalb eines Jahres wurde das Personal auf acht Vollzeitstellen ausgeweitet. Das war nur durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Wilhelmshaven und des Arbeitsamtes möglich.
Ebenfalls im Jahr 1999 begann ich meine nebenberufliche Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Potsdam im Fachbereich Sozialwesen. Im Rahmen des Grundstudienganges und von Weiterbildungsmaßnahmen konnte ich Studenten und Studentinnen meine erlangten Erfahrungen weitergeben.
Aufgrund der Sozialgesetzreformen im Jahr 2003 musste das Arbeitsamt Wilhelmshaven die finanzielle Förderung der Schuldner- und Insolvenzberatung einstellen. Da auch die Stadt Wilhelmshaven aus Finanznot bereits im Jahr 2000 die Förderung einstellte und somit 100.000,- € jährliche Zuschüsse verloren gingen, musste die IHV e.V. im Jahr 2003 ihr Personal von acht Vollzeitstellen auf drei Vollzeitstellen reduzieren.
Um den entlassenen Angestellten eine berufliche Perspektive zu geben, eröffneten wir Ende 2003 eine weitere Beratungsstelle in Oldenburg, in der ebenfalls drei ArbeitnehmerInnen aus Wilhelmshaven beschäftigt sind.
Beide Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen sind voll ausgelastet und sind eng in die sozialen Strukturen der Städte Wilhelmshaven und Oldenburg eingebunden.
Die IHV e.V. ist Mitglied im Landesverband des Paritätischen Niedersachsen und der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. In der Kreisgruppe Wilhelmshaven des Paritätischen arbeite ich seit 2005 im Beirat und vertrete die IHV e.V. im Arbeitskreis Schuldnerberatung des Paritätischen Niedersachsen.
In der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung betätige ich mich in der Arbeitsgruppe „Alternative Finanzierungen“ und arbeite aktiv mit dem Bundesvorstand zusammen.
Des weiteren engagiere ich mich im Beirat des Projektes „Überschuldungsprävention“ des Institutes für Finanzdienstleistungen e.V. Hamburg (iff e.V.). Hierbei geht es um die wissenschaftliche Auswertung von Ursachen der Überschuldung und die Entwicklung von entsprechenden Präventionsprojekten.
Besonders die Präventionsarbeit liegt mir am Herzen. Seit 1999 betreibt die IHV e.V. diverse Präventionsprojekte an Schulen und bei Ausbildungsträgern. In über 50 Veranstaltungen jährlich versuchen wir, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen der Konsumpädagogik an die Thematik Überschuldung heranzuführen. Hierfür wurde eigens ein Leitfaden mit entsprechenden Lernhilfen durch uns entwickelt. Regelmäßig werden bzw. wurden Veranstaltungen bei z.B. Institut Freund/Quantum B, BNW, BFW, Jugendwerkstatt Schortens, Franziskusschule, IGS, BBS, Realschule Schortens und in vielen weiteren Einrichtungen durchgeführt.
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