Der Vorwurf der Bestechlichkeit geistert durch die SPD Wilhelmshaven. Wie seit gestern auf der Homepage des Ortsvereins West der SPD Wilhelmshaven zu lesen ist, wird zwei Genossen die Bestechung seitens der BASU und der LINKEN vorgeworfen. Der Vorwurf wurde vom Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes, Helmut Stumm, aufgestellt. Zwar formuliert Stumm seinen Vorwurf als Frage (”werdet Ihr von der BASU oder der Partei Die LINKE dafür bezahlt?“), in der Tendenz ist dies aber wohl als klare Unterstellung erkennbar.
Ziel der Anfeindungen seitens des Kreisverbandsvorsitzenden sind seine eigenen Stellvertreter im Kreisverbandsvorstand, Detlef Schön und Elke Wohler-Heckmann. Als Retourkutsche auf eine Pressemitteilung der beiden Stellvertreter gedacht, hat sich Stumm diesmal mehr als nur in seiner Wortwahl vergriffen. Schön und Wohler-Heckmann hatten in einer Pressemitteilung die mangelnde Teamfähigkeit Stumms bemängelt.
Der lächerliche Vorwurf Stumms ist als verzweifelter Versuch zu sehen, die Leichenstarre des Kreisverbandes zu kaschieren und einen neuen Schauplatz für interne Auseinandersetzungen zu schaffen. Bereits vor einigen Wochen hatte Stumm angekündigt, sich nicht mehr für eine gütliche Beilegung der parteiinternen Streitigkeiten stark machen zu wollen. Mit seinem Schreiben hat Stumm nun seinen Worten Taten folgen lassen.
Durch diese bewusste Verschärfung des Tons hat Stumm eindeutig und zweifelsfrei bewiesen, dass ihm nicht an einem Zusammenhalt und einer Neuausrichtung der Partei gelegen ist. Vielmehr scheint Stumm zu versuchen, durch weitere Anfeindungen die Gräben zu vertiefen. Der innerparteiliche Kampf zwischen dem konservativen und dem sozialdemokratischen Flügel der SPD wurde von Stumm erneut auf eine rein persönliche Ebene gezogen.
Schon seit längerem versucht das neoliberale und konservative Lager in der SPD die inhaltliche Auseinandersetzung zu verhindern. Sozialdemokratische Themen sollen keine Rolle spielen, da sie den persönlichen Interessen einiger weniger Mandatsträger im Wege stehen. So hat jüngst die Schiedskommission der SPD Wilhelmshaven entschieden, dass sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt nicht an die Beschlüsse der Parteitage der SPD Wilhelmshaven zu halten hätte. Ein Wunschtraum von Neumann & Co ist in Erfüllung gegangen.
So hatte der Parteitag einen Gewinnabführungsvertrag mit der Sparkasse Wilhelmshaven beschlossen. Hierdurch würden, ohne Belastung des Bürgers, nicht unerhebliche Summen jährlich in den städtischen Haushalt einfließen. Da dieser Beschluss der Parteispitze nicht passte, wurde er bis heute nicht in den Rat eingebracht. Auch die vom Parteitag beschlossene Geschäftsordnung für die Ratsfraktion wurde nie umgesetzt. Viele weitere Beschlüsse der Partei werden von der Fraktion ebenfalls umfassend ignoriert.
Jetzt wissen wir endlich, dass dieses Verhalten wohl korrekt ist und der Kreisverband seine politische Arbeit eigentlich einstellen könnte. Das höchste Organ der SPD Wilhelmshaven, der Parteitag, wurde von der Schiedskommission in die Bedeutungslosigkeit verbannt.
Man darf gespannt sein, welche Vorwürfe die Parteispitze in Zukunft noch so aus dem Hut zaubert, um von den eigentlichen Problemen innerhalb der SPD abzulenken. Zu dieser Entwicklung passt auch, dass die Klausurtagung des Kreisverbandes abgesagt wurde. Auf der Klausur sollte eine Vorlage für ein Wahlkampfprogramm für die kommende Kommunalwahl erarbeitet werden. Auf der ersten Sitzung wurden Inhalte ausgeklammert, die zweite wurde nun abgesagt. Die Fraktion wiederum hat ihr Papier fast fertig und will dies, entgegen der Beschlüsse des Kreisverbandes, im September an die Öffentlichkeit bringen.
Das Theater nimmt weiter seinen Lauf… | Hier der Link zum OV West: www.spd-ov-west.de