Verteidigungsminister verliert Relation
24 Juni, 2009 von
Tim Sommer
Nach dem Tod weiterer drei Bundeswehrsoldaten im Kriegseinsatz in Afghanistan gehen die Pferde mit dem CDU-Verteidigungsminister vollends durch. “Wer uns angreift, der wird auch bekämft” tönte Franz Josef Jung. Jung scheint völlig aus den Augen verloren zu haben, dass die USA, auch mit der Hilfe der Bundeswehr, Afghanistan angeriffen haben. Inzwischen sind bereits 27 deutsche Soldaten im Krieg am Hindukusch gestorben. Jung besteht aber darauf, dass es sich bei dem Einsatz der Bundeswehr nicht um einen Kriegseinsatz handelt.
Da stellt sich dem normal denkenden Menschen die Frage, was denn das für ein Einsatz in Afghanistan ist. Deutsche Soldaten werden mit Panzern und sonstigen totbringenden Waffen in Kämpfe geschickt. Wie erwähnt sind bereits 27 Soldaten getöten worden. Wenn das kein Krieg ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr! Das der CDU-Verteidigungsminister nun lauthals nach gewalttätigen Antworten seitens der Bundeswehr ruft, offenbart die Hilflosigkeit und Kriegstreiberei der CDU.
Der Wehrbeauftrage des deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, setzt noch einen drauf und fordert Kirchen und Gewerkschaften auf, zu dem Krieg in Afghanistan und der Beteiligung der Bundeswehr zu stehen. In alter Tradition wird hier wohl die Segnung der Bomben durch Geistliche gefordert, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Es fehle an Unterstützung in der Gesellschaft, sagte Robbe weiter. Zumindest in einer Hinsicht scheint Robbe ehrlicher zu sein, als der Verteidigungsminister, denn Robbe sagte, dass die Bevölkerung nochh immer verdränge, dass die Bundeswehr am Hindukusch Krieg führe – ja was denn jetzt!?
Das der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, der ebenfalls unüberhörbar nach einer weiteren Eskalation ruft, nie bei der Bundeswehr war, sondern Zivildienst ableistete, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Wie sehr kann die Politik denn bitte einen Menschen umbauen!? Robbe merkte an, dass man der Bevölkerung erklären müsse, warum das Töten von Menschen notwendig sei – ich bin gespannt, wie der SPD-Politiker dies erklären will.
Ich bin stolz auf eine Gesellschaft, die einen sinnlosen und verbrecherischen Krieg nicht gut heisst! Wenn Krieg die einzige Antwort ist, dann stellen wir die falschen Fragen – auch hier ist dieser Satz treffender denn jeh.
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