Der Berliner Immobilien-Fonds “Capricornus” hat im Jahr 2006 einige Häuser in Wilhelmshaven erworben. Immobilienfonds sind seit vielen Jahren die Schreckgespenster der Mieter. In vielen Fällen handelt es sich um Spekulanten, die alles aus den Häusern heraus holen, nichts aber hinein stecken wollen. So ergeht es auch den Mietern der Capricornus in Wilhelmshaven. Nur 2 1/2 Jahre nach Erwerb der Immobilien, wird schon jetzt versucht, einige wieder abzustoßen.
Nun droht einigen Mietern in Wilhelmshaven weiteres Unheil. Die Gas- und E-Werke Wilhelmshaven (GEW) haben mit Schreiben vom 08.05.2009 die Einstellung der Versorgung mit Gas und Wasser für zwei Objekte der Capricornus mit insgesamt über 40 Wohneinheiten angekündigt. Capricornus hatte die Nebenkosten, die von den Mietern gezahlt wurden, wohl nicht (oder nicht ausreichend) an die GEW weiter geleitet.
Ebenfalls am 08.05.2009 schrieb Capricornus die betroffenen Mieter über die örtliche Hausverwaltung Wilde an, um ihr Bedauern und Unverständnis bezüglich der drohenden Energiesperre zum Ausdruck zu bringen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben von Capricornus:
“Sie können versichert sein, dass die Versorgung des Hauses mit Gas/Wasser/Strom unsererseits gewährleistet wird. Wir sind von diesem Vorgang (Sperrung der Energieversorgung) überrascht und bedauern Ihnen dadurch evtl. Unannehmlichkeiten verursacht zu haben”
Laut Auskunft der GEW vom 11.05.2009 gibt es bis heute keinerlei Vereinbarungen mit Capricornus, wie es weitergehen soll. Der Eigentümer steht nur über die Hausverwaltung in Kontakt mit der GEW. Die angedrohte Sperrung der Energielieferung ist weiter aktuell. Zu Capricornus selber bestünde kein Kontakt. Abreden oder Vereinbarungen bezüglich der Sperre gäbe es nicht.
Brisant wird das Thema erst richtig, wenn man das Internet bemüht, sich um Capricornus zu kümmern. Dort finden sich reihenweise Einträge und Berichte, in denen immer der selbe Ablauf geschildert wird. Capricornus zahlt nicht an die Energieversorger, diese kündigen den Mietern Sperrungen an. Zuletz geschehen in Aurich und Wittmund im April 2009! Auch in anderen Städten geht es den Mietern von Capricornus nicht besser – eine Heuschrecke legt ihr Tarnkleid ab…
- www.wzonline.de
- www.abendblatt.de (1)
- www.abendblatt.de (2)
- www.shz.de (1)
- www.shz.de (2)
Nicht nachvollziehbar ist auch das Verhalten der Energielieferanten. Anstatt in das Vermögen des Eigentümers zu vollstrecken, der bundesweit über tausende Wohnungen verfügt, wird der Streit um das ausstehende Geld auf dem Rücken der Mieter ausgetragen. Auch in Aurich und Wittmund konnte die angedrohte Liefersperre erst nach Einschalten der Politik verhindert bzw. verschoben werden.
- www.ostfriesische-nachrichten.de
Rein gewinnorientierte Immobilienfonds kaufen Häuser auf, lassen diese verrotten und zahlen die Zeche nicht. Leidtragende sind mal wieder die Mieter. Auch in Wilhelmshaven macht Capricornus keine Anstalten, die erworbenen Immobilien verantwortungsbewusst zu unterhalten. So werden kaum Gelder in die Bauunterhaltung investiert. In der Rheinstraße. 91 z.B. wurde einfach das Schließblech der Eingangstüre entfernt. Seit Monaten ist das Haus nicht mehr verschließbar. Die Briefkästen fallen auseinander, Wasser dringt in die Wohnungen ein und die Dachziegel fallen fast täglich vom Dach. Nachfragen seitens der Mieter, wann mit einer Sanierung zu rechnen ist, bleiben seit Monaten unbeantwortet.
Capricornus hat aber noch auf weiteren Wegen versucht, sich zu bereichern. So erhielten Mieter von Capricornus in Wilhelmshaven Nebenkostenabrechnungen, die jeglicher Beschreibung spotten. Im ersten Anlauf wurde versucht, die Nebenkosten für Dezember 2006 (und zwar nur für den Monat Dezember!) einzutreiben. Bei einer 130 qm Wohnung wurden für nur einen Monat bis zu 400,- € Nachzahlungen geltend gemacht. Unter anderem wurden Kosten für einen Aufzug geltend gemacht, der nicht existiert.
Im zweiten Anlauf wollte Capricornus für das Jahr 2007 fast 40.000,- € Nebenkostennachzahlung von den Mietern von 28 Wohnungen kassieren. Bei einigen Mietern machte dies Nachzahlungen von weit über 1.000,- € für ein Jahr aus. Auch diese Abrechnung war erkennbar falsch. Bis heute erfolgte keine neue Abrechnung.
Keine Skrupel zeigt Capricornus bei der Eintreibung ausstehender Mieten. Gegen jede Mietminderung geht Capricornus gerichtlich an und beschäftigt hierfür gleich einen ganzen Pool von Anwälten, die mit aller Härte gegen die Mieter vorgehen.
Erneut zeigt sich eindrucksvoll, dass privater Mietraum nicht zur Spekulation von Fondsgesellschaften herhalten darf. Der Gesetzgeber ist gefordert, diesem Missbrauch von Wohneigentum einen Riegel vor zu schieben. Das Thema Capricornus wird in Wilhelmshaven wohl noch länger aktuell bleiben.
Der Ortsverein Mitte der SPD wird sich auf seiner kommenden Vorstandssitzung mit diesem Thema beschäftigen. Auch hier wird weiterhin berichtet!