Klausurtagung mit und ohne Erfolg
30 Juni, 2008 von
Tim Sommer
Am vergangenen Samstag wurde die aktuelle Situation der SPD Wilhelmshaven auf einer Klausurtagung im Kreuzelwerk unter die Lupe genommen. Rund 50 SPD-Mitglieder aus Wilhelmshaven nutzen die seltene Gelegenheit, ihre Meinung kund zu tun, ihre Ansichten mitzuteilen oder einfach mal wieder Luft abzulassen. Bei der Tagung handelte es sich um die zweite Veranstaltung seit der Landtagswahlniederlage.
Unter Federführung des Kreisverbandes und Leitung des Kreisverbandsvorsitzenden Norbert Schmidt kam es zuerst zu einem erneuten Schlagabtausch der verschiedenen Kreise innerhalb der SPD Wilhelmshaven. Besonderes Augenmerk lag bei den anwesenden Kritikern auf den Vorkommnissen zur Wahl des 2. Bürgermeisters. Dieses Thema wollte Schmidt aber gerne ausgeklammert wissen und unterbrach jegliche aufkommende Diskussion hierüber.
Auch als das Thema der Bürgermeisterwahl von vielen Anwesenden als Top-Punkt schriftlich deklariert wurde, fand es keine Beachtung durch den anwesenden Kreisvorstand. Es verschwand kurzerhand von der Liste der zu bearbeitenden Themen. Einige Anwesende verließen darauf aus Protest die Klausurtagung. Hintergrund der Auseinandersetzung sind wissentlich falsche Meldungen und Presseberichte der Fraktion und des Kreisvorstandes zu diesem Thema.
In rund 3 1/2 Stunden beschäftigten sich die anwesenden Parteimitglieder mit der Zukunft der SPD in Wilhelmshaven. Wie bereits seit Jahren wurde einhellig ein Generationswechsel gefordert. Neue Inhalte müssten auch von neuen Köpfen an die Wähler gebracht werden. Diese Forderung wurde auch von Norbert Schmidt geteilt, der allerdings die Antwort schuldig blieb, wann er denn seinen Posten für den Nachwuchs räumen wolle.
Auch sonst glichen die Forderungen der Parteimitglieder denen, die seit Jahren von der SPD in Wilhelmshaven fast jährlich aufs Neue beschlossen wurden. Die Frage, warum diese Beschlüsse nicht schon lange umgesetzt würden, blieb ebenfalls unbeantwortet. Der Frust der Basis sitzt diesbezüglich sehr tief.
Mit großer Mehrheit, um nicht von Einstimmigkeit zu sprechen, wurden die Forderungen der Kritiker manifestiert:
- Den Generationswechsel endlich umsetzen.
- Rückkehr zu sozialdemokratischer Politik.
- Aufhebung der Ämterhäufung bei einzelnen Parteimitgliedern.
- Stärkung der Parteibasis.
- Jährliche Parteitage.
- Neue Köpfe in Führungspositionen.
- stärkere parteiinterne Überwachung der Fraktion und des Kreisvorstandes
Ein wenig kam man sich vor, wie ein Hamster im Hamster-Rad. immer die gleichen Forderungen, die von der Parteiführung einfach nicht umgesetzt werden. Ständig bekommt man das Gefühl vermittelt, dass sich etwas ändern soll, alle dafür sind, aber nichts passiert. Die Parteiführung, die bis auf Norbert Schmidt als Prellbock der Tagung geschlossen fern blieb, wird sich vermutlich freuen, dass erneut nichts wirklich Verwertbares entstanden ist.
Das die unglaublichen Vorkommnisse zur Wahl des 2. Bürgermeisters und der angeblich nie stattgefundenen Kreisvorstandssitzung nicht thematisiert wurden, spricht für sich. Die sich hieraus bei Teilen der Basis ergebende Ohnmacht und Wut fand sein Ventil dann auch in entsprechend emotionsgeladenden Wortbeiträgen.
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