Vergabe in der Kritik
31 März, 2008 von
Tim Sommer
Die Vergabepraxis für Architekten- und Bauleistungen durch die Stadt Wilhelmshaven, aber insbesondere deren Tochtergesellschaften, steht in der Kritik durch FDP und CDU. Währen die FDP offen von “gesetzwidriger Vergabe” von Bauaufträgen im Bezug auf die Stadtwerke Verkehrsbetriebe spricht, geht die CDU noch um einiges weiter.
Auf der Homepage der CDU Wilhelmshaven ist zu lesen, dass die “Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung” (MIT) von Kungeleien und Absprachen bei der Vergabe von Aufträgen an Architekten und Baufirmen spricht. Mehrfach hätten städtische Tochtergesellschaften die “Verdingungsordnung für Leistungen” (VOL) missachtet.
Woher die plötzliche Kritik von FDP und CDU kommt, ist unbekannt. Bekannt ist aber, dass mehrere städtische Tochtergesellschaften seit Jahren (mehr oder weniger) rechtswidrig Aufträge ohne vorherige Ausschreibung vergeben. Gerne werden, auch unter Beteiligung der Fraktion der CDU im Rat, Ausschreibungen umgangen. Dies ist am Beispiel der technischen Rathauses oder der Helene Lange Schule zu sehen. Auch die Contrakting-Verträge mit den GEW zur Sanierung der Wilhelmshavener Schulen müssten hierbei beleuchtet werden.
Nachdem SPD und CDU diesen Weg über Jahre gemeinsam gegangen sind, versucht die CDU nunmehr als Sauberpartei aus der Asche aufzuerstehen. Selbst Mitglieder der CDU-Fraktion profitierten durch ihre Betriebe von den Vergabe-Ausweichmanövern der Stadt. Momentan scheint aber das Rasseln der Säbel im Vordergrund zu stehen.
Die Stadt kontern nunmehr mit einigen wenigen Beispielen, bei denen es eine saubere Ausschreibung gab. Jede Baustelle, auf der Wilhelmshavener Betriebe Aufträge erhielten, muss als Rechtfertigung herhalten. Keinen Kommentar gab es zu der grundsätzlichen Kritik an gänzlich fehlenden Ausschreibungen.
Die SPD wäre gut beraten, die Verflechtungen aufzugeben und endlich einzusehen, dass auch städtische Töchter öffentliche Betriebe sind. Auch hier muss ausgeschrieben werden. Die offensichtlichen Verbindungen und Verflechtungen von Bauwirtschaft und städtischer Verwaltung und Politik müssen benannt und gesäubert werden.
Ebenfalls wichtig ist die Erkenntnis, dass die Fraktion der CDU die hier benannten und von ihr selbst kritisierten Handlungen mitgetragen hat. Über Jahre gab es keinerlei Proteste. Auch dann nicht, wenn ein Bauunternehmer und CDU-Ratsmitglied im Bauausschuss tätig ist…
Keine Kommentare - Sie können gerne etwas dazu schreiben! »
