Wirklichkeit überholt Wilhelmshaven
19 Dezember, 2007 von
Tim Sommer
Der pure und blinde Aktionismus ist scheinbar eine Wilhelmshavener Erfindung. So titelt die WZ vom heutigen Tage, dass “Bunte den Stahl für den Jade-Weser-Port bestellen kann”. Zwar stehen noch zwei Klagen zum Planfeststellungsbeschluss aus, aber was interessiert das die Realisierungsgesellschaft? Wenn nichts mehr geht, dann wird halt blind gehandelt – koste es, was es wolle. Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass im Rahmen des Untersuchungsausschusses und des anhängigen Arbeitsgerichtsprozesses immer mehr Vorwürfe bezüglich Korruption, Absprachen, Übervorteilungen und Schieberein ans Tageslicht kommen.
Auch die Planungen des Kohlekraftwerks werden von der Wirklichkeit eingeholt. So wird das Land Niedersachsen, auf Initiative des FDP-Umweltministers Sander, das Wattenmeer bei der Unesco als Weltnaturerbe anmelden. Ob dies im Einklang mit der Einleitung des Kühlwassers in die Jade steht, wird sich noch zeigen müssen. Das warme “Kühlwasser” wird im Umkreis von über einem Kilometer zu einer extremen Erhöhung der Wassertemperatur führen, was nicht unerhebliche Auswirkungen auf Flora und Fauna haben wird. Da sollte die Stadt doch schnell was tun – vielleicht das Wattenmeer als Industriegebiet ausweisen…
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